Aquarium im Glas - deine kleine Unterwasserwelt

Ein Aquarium in einem großen Glas ist eine ästhetische, pflegeleichte und natürliche Möglichkeit, ein kleines Wasserbiotop zu gestalten. Da in diesem Aquarium keine Tiere gehalten werden, liegt der Fokus auf einer ausgewogenen Pflanzenwelt, die für Sauerstoffproduktion und biologische Reinigung sorgt.
Die richtige Kombination aus submersen (unter Wasser wachsenden) und schwimmenden Pflanzen sorgt für eine natürliche Balance und minimiert den Pflegeaufwand. Mit einer durchdachten Bodenschichtung und einem guten Standort kann dieses Mini-Aquarium langfristig stabil bleiben.
Materialien die du für dein Aquarium im Glas benötigst
- Ein großes Glas (z. B. eine Vase, ein Glaszylinder oder ein offenes Aquarium)
- Aquariumkies (für den Boden, als Pflanzgrund)
- Optional: Nährboden mit Lavastein-Trennschicht (für stark zehrende Pflanzen)
- Submerse Aquariumpflanzen (Pflanzen, die vollständig unter Wasser wachsen)
- Emers wachsende Aquariumpflanzen (Pflanzen, die aus dem Wasser ragen)
- Schwimmpflanzen (frei auf der Wasseroberfläche treibende Pflanzen)
- Gefiltertes oder abgestandenes Wasser (zur Vermeidung von Chlor und Kalk)
- Sprühflasche mit Wasser (zur Befeuchtung der Pflanzen beim Einsetzen)
- Pinzette oder Pflanzstab (zum präzisen Einsetzen der Pflanzen)
Wahl des richtigen Glases für deine Unterwasserwelt im Glas
Das Glas sollte groß genug sein, um den Pflanzen genügend Platz zu bieten.
Besonders gut eignen sich:
- Hohe Gläser, wenn Pflanzen mit aufrechtem Wuchs bevorzugt werden.
- Breite Gläser, um eine größere Wasseroberfläche für Schwimmpflanzen zu schaffen.
- Zylinderförmige Gläser, die das Licht gleichmäßig verteilen und ästhetisch wirken
Schritt für Schritt Anleitung zum Aquarium im Glas
Den Boden vorbereiten
Die richtige Schichtung sorgt für Stabilität und optimales Pflanzenwachstum. Aquariumkies als Basis den eine 3-4 cm dicke Schicht Aquariumkies sorgt für Halt und verhindert Aufwirbelungen. Feiner Kies ist gut für Pflanzen mit kleinen Wurzeln, gröberer Kies kann unten als Drainage dienen.
Optional: Nährboden mit Lavastein-Trennschicht Falls Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf eingesetzt werden, kann eine dünne Schicht Nährboden aufgebracht werden. Eine Trennschicht aus Lavasteinchen verhindert das Aufsteigen des Nährbodens in den Aquariumkies.
Langsames Einfüllen des Wassers
Das Wasser sollte vorsichtig über einen Löffel oder eine Schale gegossen werden, um das Substrat nicht aufzuwirbeln. Eine Wassertiefe von 10-30 cm ist ideal, je nach Pflanzenwahl.
Auswahl und Einsetzen der Pflanzen in dein Mini Aquarium
Die richtige Kombination aus submersen, emersen und Schwimmpflanzen sorgt für ein stabiles Ökosystem.
Submerse Pflanzen (unter Wasser wachsende Pflanzen)
Diese Pflanzen produzieren Sauerstoff und helfen, das Wasser zu reinigen.
Langsam wachsende Arten:
- Anubias nana, Bonsai usw – klein, robust, wächst auch auf Wurzeln oder Steinen
- kleiner Javafarn (Microsorum) – anspruchslos, dekorativ
- Mooskugeln (Cladophora aegagropila) – algenähnlich, pflegeleicht
Mittel bis schnell wachsende Arten:
- Wasserpest (Elodea densa) – filtert überschüssige Nährstoffe, schnell wachsend
- Hornkraut (Ceratophyllum demersum) – schwimmend oder eingepflanzt, ideal für natürliche Wasserreinigung
- Brasilianischer Wassernabel (Hydrocotyle leucocephala) – bildet schöne Ranken
Bodendecker:
- Kubaperlkraut (Hemianthus callitrichoides) – bildet dichte Teppiche, benötigt helles Licht
- Zwergspeerblatt (Anubias barteri var. nana ‘Petite’) – kleinbleibend, für den Vordergrund
- Nadelsimse (Eleocharis acicularis) – feine, grasartige Struktur Pflanzen mit langen Wurzeln sollten mit einer Pinzette vorsichtig in den Kies gesetzt werden. Falls sie auf Steinen wachsen sollen, können sie mit einem dünnen Faden fixiert werden.
Emers wachsende Pflanzen (halb im Wasser, halb an der Luft)
Diese Pflanzen ragen aus dem Wasser und schaffen eine natürliche Übergangszone.
- Sumpf Heusenkraut (Ludwigia palustris) – dekorative rote Blätter
- Zwergpfeilkraut (Sagittaria subulata) – bildet kleine grüne Blätter über der Wasseroberfläche
- Cryptocoryne-Arten (Wasserkelche) – variabel, einige Sorten ragen über die Wasseroberfläche hinaus
Schwimmpflanzen (auf der Wasseroberfläche treibende Pflanzen)
Schwimmpflanzen nehmen überschüssige Nährstoffe auf und verhindern übermäßiges Algenwachstum.- Wasserlinsen (Lemna minor) – klein, schnell wachsend, ideal für Nährstoffaufnahme
- Froschbiss (Limnobium laevigatum) – dekorativ, mit schönen Wurzeln unter Wasser
- Salvinia (Schwimmfarne) – weich, kompakte Blätter, schnell wachsend
Pflege und Wartung des Aquarium im Glas
Wasserqualität erhalten Gefiltertes oder abgestandenes Wasser verwenden, um Chlor und Kalk zu vermeiden. Das Wasser bleibt durch die Pflanzen meist stabil, gelegentlich kann ein teilweiser Wasserwechsel (alle 2-4 Wochen) sinnvoll sein.
Licht und Standort
Das Glas sollte an einem hellen, aber nicht direkt sonnigen Platz stehen. Falls das Licht nicht ausreicht, kann eine kleine LED-Pflanzenlampe verwendet werden.
Pflanzenpflege
Falls submerse Pflanzen zu stark wachsen, können sie vorsichtig gestutzt werden. Die Schwimmpflanzen sollten regelmäßig reduziert werden, um genug Licht für die unter Wasser lebenden Pflanzen zu gewährleisten.
Algenwachstum vermeiden
Falls Algen auftreten, kann die Lichtmenge reduziert oder überschüssiges Pflanzenmaterial entfernt werden. Die Scheiben können gelegentlich mit einem weichen Tuch gereinigt werden.
Ein Aquarium in einem großen Glas ist eine wunderschöne Möglichkeit, ein kleines, funktionierendes Wasserbiotop ohne Technik und Tiere zu gestalten. Durch die richtige Kombination von submersen, emersen und Schwimmpflanzen entsteht ein stabiles Mini-Ökosystem mit minimalem Pflegeaufwand. Mit einer klugen Standortwahl, angepasster Lichtmenge und gelegentlicher Pflanzenpflege bleibt das Glas-Aquarium lange Zeit ein ästhetischer Blickfang – ganz ohne Filter oder Heizung, aber voller natürlicher Schönheit.